Music Together als ein forschungsfundiertes Programm

„Children are very serious about being silly: Because silly drives their play and play is their work“ – Kinder nehmen ‚lustig‘ sehr ernst: Denn ‚lustig‘ ist der Motor ihres Spielens und Spielen ist ihre Arbeit!

Hilla hat für euch das wissenschaftliche Gutachten „Music Together als forschungsfundiertes Programm“ übersetzt: Erkenntnisse aus Neurowissenschaft, Psychologie und Frühkindliches Lernen bieten wertvolle Hinweise darauf, wie das Gehirn musikalisches Material verarbeitet und organisiert, wie Kinder lernen und wie das Umfeld dieses Lernen unterstützt. Guilmartin und Levinowitz – die Gründer von Music Together –  fassten ihre Entdeckungen zusammen zu vier grundlegenden Prinzipien, welche bis heute die Eckpfeiler der Music Together Philosophie darstellen:

  1. Alle Kinder sind musikalisch.
  2. Alle Kinder können ‚Elementare Musik-Kompetenz‘ (BMC = Basic Music Competence) erreichen.
  3. Die Teilnahme und das Vorbild der Eltern und Ezieher ist – unabhängig von ihren eigenen musikalischen Fähigkeiten – essentiell für das musikalische Wachstum des Kindes.
  4. Dieses Wachstum wird am besten erreicht durch eine spielerische, nicht-vorführ-orientierte Lernatmosphäre, die musikalisch reichhaltig, und der Teilnahme des Kindes -und des Erwachsenen- direkt zugänglich ist.

Eine der essentiellen Botschaften darin ist, daß Musik nachweislich ziemlich genauso gelernt wird wie Gehen und Sprechen, d. h. sie wird in der frühen Kindheit einstudiert, aber nur, wenn ein reichhaltiges musikalisches Umfeld die nötigen Informationen dazu liefert. Was früher keine Frage war, ist seit Mitte des 20. Jh. aufgrund fortschreitender Technologie nicht mehr selbstverständlich.  Hier ein Absatz aus dem anliegenden Gutachten als Kostprobe:

„Die Musikbildung während der kritischsten Entwicklungsperiode, der frühen Kindheit, wird von unserer Kultur nicht ausreichend unterstützt. Die Hälfte der heutigen Grundschulkinder können ihre eigene Singstimme nicht finden. In einer 1998 veröffentlichten Studie zeigte Levinowitz auf, daß in den 20 Jahren davor der prozentuale Anteil an Grundschulkindern, die richtig Singen können, um erstaunliche 33 % gefallen ist. Ihre Studie zeigt auch keine Verbesserung, als sie Sechstklässler mit den Erstklässlern verglich. In anderen Worten: Aufwachsen als solches reicht nicht, um eine Singstimme zu entwickeln. Auch rhytmisch sind Kinder zurückgeblieben: Bewegungsexperte Phyllis Weikart hat gezeigt, daß viele Kinder nicht zum Takt gehen oder einfache Bewegungsmuster ausführen können. Obwohl ‚music aptitude‘ – musikalische Aufnahmefähigkeit – angeboren ist, bleibt es so, daß die Ausdrucksfähigkeit von Musik – so wie bei Sprache – eine komplexe Fähigkeit ist, die gelernt wird und die gefördert werden muß, damit sie aufblühen und sich entwickeln kann.“

Kinder sind: instinktive Musikmacher, welche klangliche und rhytmische Verhaltensweisen zum Ausdruck bringen als Teil ihres Daseins. Musikalisches Verhalten ist uns nämlich angeboren und will ausgebaut und erlernt werden.

„Music Together is very serious about the ‚Together‘. Everyone is participating in a musical way. Which is providing a musical joyful environment for our children to learn music as much as they learn to walk and talk.“ D. h. Music Together nimmt das ‚Together‘ sehr ernst. Jede/r nimmt musikalisch Teil. So erschaffen wir eine musikalisch vergnügliches Umfeld für unsere Kinder, damit sie Musik genausogut lernen können wie Laufen und Sprechen.

In diesem Sinne: Keep singin‘!

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